Müdigkeit und Erschöpfung – ein Dauerthema für viele

Unklare Ursachen. Diffuse Symptome. Was nun?

Manchmal liegt ein Infekt als Ursache der Erschöpfung zugrunde, oft eine längere, schwerere Erkrankung oder ein traumatisches Erlebnis wie ein Unfall oder ein Schicksalsschlag. Bei den meisten Patieten lässt sich der eigentliche Ausgangspunkt allerdings nicht mehr nachvollziehen. Über einen zu langen Zeitraum hat sich die Symptomatik eingeschlichen und die Kraft nachgelassen. Bis auf einmal der Leidensdruck so hoch ist, dass man ihn nicht mehr ignorieren kann. Hier wird klar, wie komplex individualisierte Medizin ist, denn die zahreichen möglichen Ursachen machen die Diagnostik anspruchsvoll. Virale Erkrankungen wie Borellien oder Epstein-Barr-Virus-Infektionen spielen eine Rolle, aber auch diverse andere Faktoren.

Haufig finden wir bei Erschöpfung und Müdigkeit folgende Ursachen:

  • Eisenmangel bzw. Ferritinmangel, das ist das Speichereisen:
    Bei Frauen liegt oft ein steter Blutverlust durch die Regelblutung zugrunde. Trotzdem sollten auch andere Blutungsquellen ausgeschlossen werden. Dazu gehören z.B. Blutungen im Magen-Darm-Trakt durch z.B. Geschwüre oder Polypen. Füllt man einen Speichereisenmangel auf und bleibt der Ferritinspiegel trotzdem nur kurz im Normbereich, bedarf es hier ggf. weiterer Diagnostik, u.U. auch einer Magen-Darm-Spiegelung.
  • Schilddrüsenerkrankungen:
    es sollte abgeklärt werden, ob ggf. eine Funktionsstörung der Schilddrüse, meist eine Unterfunktion, vorliegt. Dies erfordert zunächst einfach eine Labordiagnostik anhand einer Blutabnahme, allerdings sollten sämtliche wesentlichen Schilddrüsenwerte untersucht werden. Also neben dem TSH vor allem die freien Hormonwerte ft3 und ft4, ggf. auch die Schilddrüsenantikörper für die Diagnostik autoimmuner Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto und Basedow sowie im weiteren Verlauf evtl auch das reverse T3, um genauer differenzieren zu können. Sollte eine Schilddrüsenerkrankung vorliegen, muss zunächst ein adäquater Hormonersatz erfolgen. Erst wenn eine deutliche Besserung des Befindens eingetreten ist, ist es sinnvoll, die Erschöpfungssymptomatik neu zu bewerten, da beides oft schwer voneinander zu trennen ist. Schlussendlich ist das Befinden therapieentscheidend auch vor den isoliert betrachteten Hormonwerten.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten:
    Wenn über Monate oder gar Jahre unerkannte Unverträglichkeiten bestimmter Nahrungsmittel vorliegen, wird unser Immunsystem dauerhaft gestresst und gewissermaßen ständig angegriffen. Das kann zu diversen Symptomen führen, zumal die klassischen Unverträglichkeiten - im Unterschied zu typischen Allergien mit Sofortreaktionen - oft erst mit einer Verzögerung von bis zu 48 Stunden und mehr zu Beschwerden führen. Die Diagnostik ist schulmedizinisch nach wie vor umstritten, viele Zusammenhänge nach wie vor nicht bewiesen. Ich bin der Meinung, dass man anhand der verfügbaren Labortests klare Tendenzen erkennen kann und diese auch berücksichtigen sollte.

    Viele meiner Patienten profitieren von diesem Vorgehen mit einer deutlichen Verbesserung ihres Befindens – und das ist ja unser Ziel! Die häufigsten Unverträglichkeiten stelle ich bei Weizen, Gluten und Milchprodukten fest, aber auch weitere Reaktionen sind natürlich möglich.
  • Leaky Gut - Gestörte Darmbarriere:
    Eine gestörte Darmbarriere bedeutet, dass die Darmschleimhaut durchlässiger für bestimmte Nahrungsbestandteile ist als sie sein sollte. Das kann durch Stress, ungesunde Ernährung oder bestimmte Medikamente entstehen. Auch hier wird unser Immunsystem im Darm dauerhaft mit einer Flut an Antigenen überschüttet - und kommt mit Abwehrreaktionen irgendwann nicht mehr hinterher. Nach und nach entsteht dann bei vielen Patienten eine klinische Symptomatik, die sehr individuell sein kann. Viele reagieren primär mit Bauchbeschwerden oder Durchfällen, andere oft mit chronischer Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden. Es bedarf dann einer ausführlichen Stuhldiagnostik mit Analyse der Keimflora im Darm. Darauf aufbauend kann dann eine Darmtherapie begonnen werden mit dem Ziel, die Flora auszugleichen und nach und nach die Darmbarriere wieder herzustellen.

    Naehrstoffmangel Dr Immer

  • Nährstoffmangel:
    Mangel an diversen Nährstoffen kann sich ebenfalls in Erschöpfungssymptomatik äußern. Besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen, aber auch mit hoher Auslastung beruflich oder privat haben einen deutlich erhöhten Nährstoffbedarf. Im Gegensatz zu früher, wo man eine andere, weniger industriell ausgerichtete Lanwirtschaft betrieben hat, werden unsere Böden heute mehr und mehr ausgelaugt, es wird viel mit Insektiziden gearbeitet, viele Obst- und Gemüsesorten werden nicht mehr regional produziert und sind durch lange Lagerungszeiten wenig nährstoffreich. Daher kann es nötig werden, neben einer ausgewogenen, gemüsereichen Ernährung auch Nahrungsergänzung in Betracht zu ziehen.

    Hier ist wesentlich, dass nicht irgendwelche Präparate eingenommen werden. Auch wenn Nahrungsergänzungsmittel oft frei verkäuflich sind, kann auch hier zuviel klar schaden. Daher sollte immer eine Blutanalyse vorausgehen, um die aktuelle Situation der wesentlichen Nährstoffe festzustellen. Natürlich müssen individuelle Faktoren wie bekannte Erkrankungen etc. berücksichtigt werden. Dann erst macht Nahrungsergänzung wirklich Sinn! Die Auswahl der Präparate sollte von ärztlicher Seite erfolgen - oft ist es die genaue Zusammensetzung und Dosierung, die den Erfolg bringt - oder aber die Verträglichkeit beeinträchtigen kann, wenn das Falsche gewählt wird.
  • Hormonstörungen:
    Ein Mangel bestimmter Hormone kann schnell spürbar werden – typischerweise bei Frauen in den Wechseljahren –, aber oft auch schon lange vorher und nicht selten auch bei Männern. Daher lohnt sich eine sorgfältige Anamnese und eine Blutentnahme zu genauen Diagnostik. Ich selbst arbeite mit wenigen Ausnahmen nur mit Blutwerten, weil ich diese für am verlässlichsten halte. Aus dem Speichel können z.B. Cortisonproben entnommen werden, wenn ein Tages- oder Nachtprofil zur Diagnostik der Nebennierenfunktion sinnvoll ist. Alle Sexualhormone werden anhand einer Blutprobe analysiert. Die Therapie besteht dann ggf. in der Behandlung mit bioidentischen Hormonen, abhängig von den vorliegenden Mängeln. Im Fall einer Nebennierenfunktionsstörung ist eine umfassendere und längere therapeutische Begleitung sinnvoll, da meist sowohl individuelle Lebensstiländerungen als auch der Ausgleich diverser Nährstoffmängel erforderlich sind, abhängig vom Ausmaß der Funktionseinschränkung.
  • ungünstige Fettverteilung, speziell Bauchfett:
    Das Fett im Bauchbereich hat die uncharmante Eigenschaft, dass es hormonaktiv ist. Das heißt, es produziert Hormone und diverse andere Substanzen, die uns für verschiedene schwere Erkrankungen anfälliger machen. Eine verborgene Entzündung entsteht, und beeinträchtigt unseren gesamten Organismus. Sehr oft leidet auch die allgemeine Leistungsfähigkeit deutlich. Bei vielen Patienten bearbeiten wir gemeinsam nach und nach schrittweise alle hier genannten „Baustellen“ und erreichen häufig erfreuliche Verbesserungen. Patienten mit der hier beschriebenen ungünstigen Fettverteilung profitieren meist sehr von einer Gewichtsabnahme gerade im Bauchbereich, wenn alle anderen Maßnahmen bereits berücksichtigt wurden. Die Leistungsfähigkeit wird dadurch oft noch ein ganzes Stück verbessert - also lohnen sich Ernährungsumstellung und entsprechende Trainingsmaßnahmen doppelt.

 

Sind die Ursachen für die dauerafte Erschöpfung und Müdigkeit erst einmal ausgemacht, so lassen sich individuelle Therapiekonzepte entwickeln, die meist sehr schnell ihre positive Wirkung zeigen. 

 

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